Freitag, 11. April 2014

NEUJAHRS REDE 31.12. 2012

Wieso müssen eigentlich Neujahrsreden immer an Neujahr sein?




«Nun, liebe Anwesenden, möchte ich am letzten Tag dieses Jahres für wenige Minuten um Ihre Aufmerksamkeit bitten. In wenigen  Stunden werden wir alle auf ein neues Jahr anstossen, aber was ist das schon, was bedeutet das Erklingen unserer Gläser, was ist so anders an diesem, ja am heutigen Abend? Lassen Sie mich einige meiner Gedanken loswerden.



Eigentlich ist es doch ein ganz normaler Abend wie jeder andere, nur eben, dass sozusagen überall auf der Welt ein faszinierendes, farbenprächtiges, ja sogar fesselndes Feuerwerk am Himmel erleuchtet und Menschen miteinander auf den neuen Jahresanfang anstossen und diesen Abend als beste Möglichkeit für einen Neustart sehen.
Für viele bedeutet ein Neustart, sich Vorsätze für das neue Jahr zu machen. Ich behaupte viele wissen eigentlich bereits, dass sie sich so oder so nicht and ihre Vorsätze halten oder halten können. Ich weiss es nicht. Haben Sie sich Vorsätze gemacht? Haben Sie sich all Ihre geplanten Änderungen fein säuberlich irgendwo auf einem Zettelchen notiert? Na, halten Sie das nicht für schwachsinnig? Ich meine, sind wir ehrlich, wenn wir wirklich etwas ändern wollen, ist es bestimmt nicht nötig sich diese Dinge als „neue Regeln“ aufzuhetzen und sich dem Druck dieser Vorsätze der auf einem herrscht, auszusetzen. Wäre es uns wichtig etwas zu ändern, dann würden wir es dann ändern, wenn es geändert werden muss und nicht etwa einfach mal etwas ändern wollen weil es uns grad zeitlich passt, da ja das neue Jahr beginnt.

Ich persönlich finde Jahresvorsätze vergeudete Zeit. Eine viel sinnvollere Investition wäre es, wenn man sich einfach einige Minuten Zeit nimmt und einmal an das vergangene Jahr zurückdenkt, versucht Erinnerungen abzurufen und sich in diesen Erinnerungen vertieft.

Und wenn Sie sich Gedanken über das neue, kommende Jahr machen, dann seien Sie weder Pessimist noch Optimist, seien Sie ganz einfach Realist. Denken Sie beispielsweise bitte nicht; Ohweh, es ist das Jahr 2013, 13 ist eine Unglückszahl, das heisst es wird viel Schlechtes in diesem Jahr passieren. Aber andererseits vergessen Sie bitte auch nicht, dass sich dieses Jahr nicht ohne Verluste oder irgendwelchen Katastrophen und Problemen zeigen kann.

Nun, wenn ich an mein kommendes Jahr denke, dann fallen mir einige Dinge besonders dazu ein: Ich werde reisen, mich viel mit der Photographie beschäftigen und damit verbunden an meiner Maturaarbeit arbeiten. Reisende werden wieder in ihre Heimat zurückkehren und ich werde sie nach langer Zeit wieder in die Arme schliessen können. In der Hälfte des Jahres werde ich meinen 18. Geburtstag feiern. Bis heute in 365 Tagen werde ich hoffentlich meine Autoprüfung bestanden haben und kurz vor dem Jahresende werde ich und natürlich auch die meisten von Ihnen, die Maturaarbeit präsentieren dürfen.

Und dann, dann sind diese 52 Wochen, diese 365 Tage auch schon wieder verflogen und ich werde mich, wie heute, wieder fragen müssen, wo dieses Jahr bloss hin ist, aber bis dahin bleibt uns allen noch eine lange und schöne Zeit.


Wir dürfen nicht ausser Acht lassen, dass wir fremden Menschen begegnen werden und diese vielleicht sogar unsere Freunde werden. Dass wir weiterhin neue Dinge lernen, sehen und weiterhin über alles staunen dürfen. Dass wir unseren Gefühlen, sei es Liebe oder Hass, stets freien Lauf lassen sollten.

Und letzten Endes ist doch ein neues Jahr nichts spezielles, es ist wie das Vergangene.

Nur eben anders!



Ich danke Ihnen herzlich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche Ihnen einen schönen Abend!»

Ob nun heute Silvester ist und morgen nach Kalender das neue Jahr beginnt, spielt doch schlussendlich überhaupt gar keine Rolle.

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